Im Datenblatt des iPad steht ein unscheinbarer Satz, der für Bad und Küche wichtiger ist als jede Schutzklasse. Relative Luftfeuchtigkeit 5 bis 95 Prozent, nicht kondensierend. So nennt Apple die Umgebungsbedingungen für das iPad 11 und genauso für das iPad Air. Nicht kondensierend heißt, dass sich kein Wasser auf dem Gerät niederschlagen darf. Genau das passiert aber jeden Morgen auf dem Badezimmerspiegel.
Mehr als Tropfwasser deckt die Schutzart nicht ab
Apple gibt für beide Geräte die Schutzart IP42 an. Die zweite Ziffer steht für den Schutz gegen Wasser, eine 2 bedeutet nach der gängigen Norm Schutz gegen fallende Tropfen, auch wenn das Gerät bis zu 15 Grad geneigt ist. Ein Spritzer vom Wasserhahn ist damit gemeint, kein Strahl aus der Brause.
Wer das iPad in Küche oder Bad nutzt, sollte deshalb vor allem über den Platz nachdenken. Ein Tablet, das flach neben dem Waschbecken liegt, landet beim Griff zur Zahnbürste schnell im Becken. Dafür ist eine Hülle ums iPad 11 mit Standfunktion praktischer als jede Ablage. Sie stellt das Gerät aufrecht hin und hält es von der nassen Fläche fern. Gegen die feuchte Luft selbst kann allerdings keine Hülle etwas ausrichten.
Kondenswasser entsteht dort, wo es kalt ist
Wann Feuchtigkeit kondensiert, kennt jeder vom Lüften im Winter. Warme, feuchte Luft trifft auf eine kalte Fläche und gibt dort ihr Wasser ab. Nach einer heißen Dusche ist die Luft im Bad gesättigt, und die kältesten Flächen im Raum sind der Spiegel, die Fliesen an der Außenwand und alles, was gerade aus einem kühleren Zimmer hereingetragen wurde.
Ein Tablet, das morgens aus dem ungeheizten Schlafzimmer ins dampfende Bad wandert, ist so eine kalte Fläche. Auf dem Display sieht man den Beschlag sofort. Ob er auch im Inneren entsteht, sieht man nicht. Die einfachste Regel ist deshalb eine zeitliche. Erst lüften, bis der Spiegel wieder klar ist, dann das Tablet holen.
Abends gilt dasselbe in umgekehrter Reihenfolge. Wer in der Badewanne eine Serie schauen will, lässt das Tablet vorher im warmen Wohnzimmer liegen statt im kühlen Flur und legt es nicht auf den Wannenrand, sondern auf einen Hocker mit etwas Abstand zum Wasser. Apple gibt als Betriebstemperatur 0 bis 35 Grad an, die Wärme ist im Bad also selten das Problem, der schnelle Wechsel von kalt zu feucht schon eher.
In der Küche zählt der Abstand zum Herd
In der Küche sind Fett, Mehl und die Nähe zur Spüle häufiger das Problem als der Dampf. Wer nach Rezept kocht, stellt das Tablet gern direkt neben den Topf, weil man von dort am besten mitliest. Mit einer Hülle zum iPad Air mit 13 Zoll, die sich als Ständer aufklappen lässt, steht das große Modell auch einen halben Meter weiter hinten sicher, auf der Fensterbank oder dem Regal über der Arbeitsplatte. Der Bildschirm ist von dort noch gut lesbar. Ohne Ständer kippt ein Tablet von rund 616 Gramm auf einer schmalen Fensterbank leicht nach vorn, und zwar meist genau dann, wenn man mit nassen Händen weiterblättern will.
Im Bad löst sich die Frage nach dem richtigen Moment übrigens fast von selbst. Nach fünf bis zehn Minuten Stoßlüften ist der Spiegel meist wieder klar.

