Die Spülmaschine stinkt, obwohl gerade erst ein Programm durchgelaufen ist? Der Geruch kommt fast immer aus derselben Ecke: Fett und kleine Speisereste, die im warmen, feuchten Innenraum liegen bleiben und langsam kippen. Hier stehen die häufigsten Ursachen, die Reihenfolge zum Abarbeiten und die Hausmittel, die tatsächlich etwas bringen.
Und weil das viele mit sich herumtragen: Mit schlechtem Putzen hat das nichts zu tun. So ein Gerät ist ein geschlossener Kasten mit 45 bis 55 Grad, Restfeuchte und ein paar Gramm Essensresten. Bessere Startbedingungen für Bakterien gibt es kaum.
- Warum stinkt die Spülmaschine überhaupt?
- Spülmaschine stinkt: was tun in der ersten halben Stunde?
- Welche Hausmittel helfen gegen den Geruch?
- Die Spülmaschine stinkt direkt nach dem Spülgang
- Spülmaschine stinkt trotz Reinigung: woran liegt das?
- Warum stinkt die Spülmaschine im Sommer oder obwohl sie neu ist?
- Wie verhinderst du, dass die Spülmaschine wieder stinkt?
Warum stinkt die Spülmaschine überhaupt?
Die Spülmaschine stinkt, weil sich an den schlecht gespülten Stellen ein Biofilm aus Fett, Stärke und Eiweiß bildet. Darin sitzen Bakterien, die ohne Sauerstoff auskommen, und deren Stoffwechsel riecht. Nach faulen Eiern meistens. Manchmal nach Kanal, manchmal süßlich, wie ein Lappen, der drei Tage im Eimer lag.
Die Orte, an denen sich das sammelt, sind erstaunlich immer dieselben:
- Das Sieb im Boden, vor allem der feine Ring unter dem groben Teil.
- Die Düsen der Sprüharme, die sich mit Kernen und Kalk zusetzen.
- Der Falz der Türdichtung, wo Wasser steht und nie richtig trocknet.
- Der Ablaufschlauch und der Siphon unter der Spüle.
- Die Türkante unterhalb der Dichtung, an die das Spülwasser gar nicht kommt.
Dann ist da noch die Temperatur. Sparprogramme laufen bei 45 bis 50 Grad, gern drei Stunden lang, und das reicht für sauberes Geschirr. Für gelöstes Fett reicht es nicht. Bei jedem Durchgang bleibt eine hauchdünne Schicht zurück, und nach ein paar Monaten ist daraus ein Belag geworden, den man mit dem Finger fühlen kann. In einer kleinen Küche merkst du das früher als alle anderen, weil sich so ein Geruch auf sechs Quadratmetern nirgends verkriechen kann. Ideen für mehr Platz in kleinen Küchen lösen das nicht, sie sorgen aber dafür, dass überhaupt Luft an die Geräte kommt. Und Luft ist hier der halbe Weg.
Spülmaschine stinkt: was tun in der ersten halben Stunde?
Am besten arbeitest du von unten nach oben. Eine halbe Stunde, ein Küchentuch, eine alte Zahnbürste, und damit sind ungefähr 80 Prozent der Fälle erledigt.
- Maschine ausräumen und das Sieb herausdrehen, meist sitzt es mit einer Vierteldrehung im Boden.
- Sieb unter heißem Wasser mit Spülmittel schrubben, bis sich nichts mehr schmierig anfühlt.
- Die Mulde darunter mit Küchenpapier auswischen. Ein Rest Wasser steht dort immer, das gehört so.
- Sprüharme abnehmen, gegen das Licht halten, verstopfte Düsen mit einem Zahnstocher freistochern.
- Türdichtung und Falz auswischen, auch die untere Kante, die man nur im Knien sieht.
- Salz und Klarspüler prüfen, den Deckel des Salzbehälters fest zudrehen.
- Leerprogramm bei 65 bis 70 Grad, ohne Geschirr, mit Maschinenreiniger oder einer Tasse Zitronensäurelösung.
Danach die Tür einen Spalt offen lassen und einen Tag abwarten. Riecht es dann immer noch, sitzt die Ursache tiefer. Meistens im Ablauf, dazu unten mehr.
| Geruch | Wahrscheinliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Faule Eier | Reste im Sieb | Sieb reinigen, 70 Grad |
| Kanal, Abwasser | Siphon oder Schlauch | Anschluss prüfen |
| Muffig, feucht | Tür bleibt immer zu | Spalt offen lassen |
| Ranzig, fettig | Nur Sparprogramme | Monatlich heiß spülen |
| Süßlich, alt | Türfalz, Dichtung | Falz auswischen |
Welche Hausmittel helfen gegen den Geruch?
Zitronensäure, Natron und, in kleinen Mengen, Essigessenz. Jedes davon kann etwas anderes, und wer alles gleichzeitig hineinkippt, hebt die Wirkung eher auf, als dass er sie verdoppelt.
- Zitronensäure löst Kalk. Zwei Esslöffel Pulver in die leere Maschine, Programm bei höchstens 50 Grad. Wird es heißer, kann sie ausfallen und selbst Beläge bilden.
- Natron bindet Gerüche und löst ein bisschen Fett. Drei Esslöffel auf den Boden streuen, danach ein warmes Programm.
- Essigessenz geht an Kalk und Bakterien, greift auf Dauer aber Gummidichtungen und Aluminium an. Alle paar Monate, mehr nicht.
- Maschinenreiniger aus dem Handel enthält Tenside, die Fett wirklich lösen. Einmal im Monat genügt.
Was nichts bringt, obwohl es sich so vernünftig anfühlt: die halbe Zitrone im Besteckkorb. Zwei Tage riecht es frisch, der Biofilm bleibt, wo er ist. Genauso die Duftsteine, die man im Innenraum verteilt. Wenn die Spülmaschine stinkt, muss die Ursache weg, nicht der Geruchssinn.
Die Spülmaschine stinkt direkt nach dem Spülgang
Diese Wolke, die einem beim Öffnen entgegenkommt: warm, feucht, leicht faulig. Sie stammt aus dem Restwasser im Pumpensumpf. Etwa 0,2 bis 0,5 Liter bleiben nach jedem Durchgang absichtlich stehen, damit die Dichtungen nicht austrocknen. Ist dieses Wasser belastet, riecht dein halbes Erdgeschoss danach.
Zwei bauliche Punkte lohnen den Blick unter die Spüle. Der Ablaufschlauch muss in einem Bogen auf mindestens 60 Zentimeter Höhe geführt werden, sonst läuft Abwasser aus dem Siphon in die Maschine zurück. Und beim Anschluss an einen neuen Siphon bleibt gern der Blindstopfen im Stutzen sitzen (bei mir zu Hause hat das jemand vor Jahren vergessen, gemerkt haben wir es erst, als es roch).
Der andere Punkt ist das Programm. Wer immer nur Eco spült, schiebt am besten einmal im Monat einen Intensivgang mit 65 bis 70 Grad ein. Das kostet vielleicht 20 bis 30 Cent mehr an Strom und hält den Innenraum fettfrei. Wie sich Sparsamkeit und Pflege sonst noch vertragen, zeigen die aktuellen Küchentrends ganz gut. Sparsam heißt eben nicht automatisch pflegeleicht.
Spülmaschine stinkt trotz Reinigung: woran liegt das?
Wenn die Spülmaschine trotz Reinigung stinkt, sitzt die Quelle fast immer hinter dem Gerät. Der Geruch kommt dann gar nicht aus der Maschine heraus, er kommt über den Ablauf herein.
- Im Siphon unter der Spüle klebt ein Fettpfropfen, der bei jedem Abpumpen aufgewirbelt wird.
- Der Ablaufschlauch hat eine Senke, in der Wasser steht und kippt.
- Das Rückschlagventil im Boden der Maschine klemmt, Abwasser läuft zurück.
- Die Anschlussleitung an der Wand ist schlecht belüftet, im Altbau keine Seltenheit.
Für die ersten beiden Punkte reicht Werkzeug aus der Schublade: Siphon aufschrauben, Fett herauskratzen, Schlauch abziehen, mit heißem Wasser durchspülen. Eimer drunter, wirklich. Es kommt mehr Wasser, als man denkt, und es riecht in dem Moment nach allem, was seit Ostern durch die Leitung ging. Riecht es auch am Waschbecken oder in der Dusche, ist gar nicht die Maschine schuld, sondern der Abfluss stinkt von sich aus. Die Spülmaschine ist dann nur der Bote.
Warum stinkt die Spülmaschine im Sommer oder obwohl sie neu ist?
Im Sommer stinkt die Spülmaschine schneller, weil bei 26 Grad Küchentemperatur ein Teller Reste innerhalb von Stunden kippt. Steht die Maschine dann zwei Tage halb voll herum, arbeitet sie im Grunde als Wärmeschrank. Ein Kurzprogramm nach dem Beladen hilft mehr als jedes Mittel, oder eben kurz kalt abbrausen.
Vor dem Urlaub: einmal leer und heiß spülen, Sieb reinigen, Tür einen Spalt offen lassen. Wer im Hochsommer wegfährt, macht sowieso besser einen kleinen Rundgang durch die Küche, denn auch ein vereister Kühlschrank meldet sich gern in der warmen Jahreszeit. Zwei Minuten Kontrolle, und du kommst nicht in eine muffige Wohnung zurück.
Dass eine Spülmaschine stinkt, obwohl sie neu ist, kommt häufiger vor, als die Prospekte vermuten lassen. Neue Geräte laufen ab Werk im Eco-Programm bei 45 Grad, dazu kommen Fertigungsrückstände in den Leitungen und der schon erwähnte Blindstopfen. In den ersten Wochen also ruhig zwei, drei heiße Durchgänge einschieben. Danach pendelt sich das ein.
Wie verhinderst du, dass die Spülmaschine wieder stinkt?
Mit einer Routine, die im Monat keine zehn Minuten kostet. Grobe Reste abstreifen, aber nicht vorspülen, sonst hält die Automatik das Geschirr für sauber und dosiert zu schwach.
- Nach jedem Programm die Tür fünf bis zehn Minuten einen Spalt offen lassen.
- Alle zwei Wochen das Sieb herausnehmen und ausspülen.
- Einmal im Monat ein Programm bei 65 bis 70 Grad ohne Geschirr.
- Alle drei Monate die Türdichtung mit einem feuchten Tuch auswischen.
- Salz nachfüllen, sobald die Anzeige leuchtet, sonst wächst der Kalkfilm mit.
Diese fünf Punkte passen gut in den Rhythmus, den viele im Frühjahr sowieso durchziehen, wenn zum ersten Mal wieder das Fenster offen steht und die Wohnung nach nasser Straße riecht. Ein paar Heimwerkerideen für den Frühjahrsputz nehmen die Küche gleich mit. Danach ist erst mal Ruhe.
Wer noch Ideen für Geräte, Stauraum und Materialien sucht, findet in der Küche reichlich davon. Und falls es das nächste Mal riecht, weißt du ja, wo du anfängst: unten im Sieb, dann am Schlauch, dann am Siphon. In dieser Reihenfolge löst sich fast jeder Geruch von allein auf, und niemand muss ein neues Gerät kaufen, nur weil eine Handvoll Bakterien es sich gemütlich gemacht hat.

