COB-LED-Streifen lohnen sich überall dort, wo man die Lichtlinie direkt sieht oder wo sie sich spiegelt: unter Hängeschränken über glänzender Arbeitsplatte, in Vitrinen mit Glas, in flachen Profilen an Regalkanten und Nischen. Ein klassischer SMD-Streifen zeigt dort eine Reihe heller Punkte. Liegt der Streifen tief verborgen in einer Voute, reicht SMD meist aus.
COB steht für Chip on Board. Laut licht.de wird der Halbleiterchip dabei ohne eigenes Gehäuse direkt auf die Leiterplatte geklebt. Beim Streifen liegen die Chips so dicht, dass eine durchgehende Leuchtschicht aus Phosphor sie abdeckt. Statt 60 oder 120 einzelnen LEDs je Meter wie bei gängigen SMD-Streifen sitzen dort mehrere Hundert. Bei SK-LED etwa hat ein 5 Millimeter schmaler COB-Streifen 480 LEDs je Meter, eine Variante mit Farbe und einstellbarem Weiß 840. Betrieben werden sie mit 24 Volt.
COB oder SMD: der Unterschied im Alltag
| COB-Streifen | SMD-Streifen | |
|---|---|---|
| Lichtbild | durchgehende Linie, auch ohne Abdeckung | einzelne Punkte, je nach Dichte |
| Spiegelung in Glas oder Lack | als Linie | als Punktreihe |
| Profiltiefe | auch sehr flache Profile möglich | braucht Abstand zur Abdeckung, sonst Punkte |
| Absolute Helligkeit | hoch auf kurzer Strecke | in der Regel höher erreichbar |
| Wärme | dichter gepackt, Profil wichtig | verteilter |
| Mechanik | Leuchtschicht empfindlich gegen Druck | robuster |
Die Angaben zur Helligkeit und zur Empfindlichkeit stammen aus den Produktinformationen des Fachhandels. Für die Wahl heißt das: COB gehört dorthin, wo man den Streifen sieht oder wo er sich spiegelt. SMD bleibt eine gute Wahl für verdeckte Montagen und für sehr viel Licht auf großer Fläche.
Küche: Licht auf die Arbeitsfläche, ohne Punkte in der Platte
An der Küchenzeile fällt der Unterschied am stärksten auf. Glänzende Arbeitsplatten aus Stein oder Lack und Glasrückwände spiegeln jede Lichtquelle. Ein SMD-Streifen erscheint dort als perlenartige Kette, ein COB-Streifen als ruhige Linie.
Dabei geht es nicht nur um Optik. Die Lichtinitiative licht.de empfiehlt für Arbeitsflächen in der Küche mindestens 500 Lux und eine Farbwiedergabe von mindestens Ra 80, damit sich der Garzustand von Speisen beurteilen lässt. Eine Rechnung macht greifbar, was das bedeutet:
- Eine Arbeitsplatte ist 60 Zentimeter tief. Ein Meter davon hat also 0,6 Quadratmeter.
- 500 Lux sind 500 Lumen je Quadratmeter. Auf diesem Meter Platte müssen also 300 Lumen ankommen.
- Ein 5-Millimeter-COB-Streifen mit 7 Watt je Meter liefert laut Datenblatt 630 Lumen je Meter, ein 10-Millimeter-Streifen mit 14 Watt rund 1.400 Lumen.
Nicht alles Licht landet auf der Platte. Ein Teil fällt auf Rückwand und Front, die Abdeckung des Profils schluckt etwas. Der schmale Streifen reicht deshalb eher für Stimmungslicht, der breitere bietet Reserve für die Arbeitsfläche und lässt sich herunterdimmen.
Wichtig ist die Position. Sitzt der Streifen hinten an der Wand, strahlt er vor allem die Rückwand an und spiegelt sich in ihr. Ein Eckprofil an der vorderen Unterkante des Hängeschranks dreht den Streifen um 45 Grad Richtung Wand und Arbeitsfläche. Kaufen Sie fertige Unterbauleuchten, rät licht.de auf das Brandschutzzeichen F, M oder MM und auf ein VDE-, ENEC- oder GS-Prüfzeichen zu achten.
Regal und Vitrine: Licht als Linie
In Regalen und Vitrinen stört ein Punktmuster vor allem dann, wenn der Blick schräg von unten auf die Kante fällt. COB-Streifen funktionieren hier in flachen Aufbauprofilen, sogar mit klarer Abdeckung, ohne dass sich einzelne Lichtpunkte abzeichnen. Das ist praktisch, weil an einer Regalkante selten Platz für ein tiefes Profil ist.
Für Akzentlicht im Möbel genügen nach Händlerangaben 3 bis 8 Watt je Meter. Bei Vitrinen mit Glasböden lohnt sich COB doppelt: Die Linie spiegelt sich in jeder Scheibe als saubere Linie, nicht als Punktraster.
Nischen: flach eingelassen, sauber abgeschlossen
In Wandnischen kommt es auf wenige Millimeter an. Ein ultraflaches Einbauprofil, das in eine Fräsung eingesetzt wird, verschwindet fast vollständig. Mit einem COB-Streifen bleibt trotz der geringen Tiefe ein gleichmäßiges Lichtband. In Duschnischen braucht es wasserdichte Ausführungen. Welche Schutzart wo gilt, regelt DIN VDE 0100-701 über die Schutzbereiche im Bad.
Wärme, Länge und Montage
Weil die Chips dichter sitzen, wird ein COB-Streifen auf kleinerer Fläche warm. Wärme verkürzt die Lebensdauer von LEDs, bei licht.de heißt es dazu: Je kühler eine LED betrieben wird, desto länger lebt sie und desto effizienter ist sie. Ein Aluminiumprofil dient deshalb als Kühlkörper. Händler empfehlen ein Profil ab etwa 10 Watt je Meter und einen größeren Querschnitt ab etwa 20 Watt.
- Schneiden: nur an den markierten Schnittstellen. Die Leuchtschicht verträgt keinen Druck mit dem Daumen oder der Zange.
- Einspeisen: Bei 24-Volt-Streifen alle 7 bis 8 Meter, damit das Ende nicht dunkler wird.
- Planen: Schnitte und Anschlusspunkte vor der Montage festlegen, nachträgliche Änderungen sind aufwendiger als bei SMD.
Sind LED-Streifen Stromfresser?
In der Regel nicht, wie eine kurze Rechnung zeigt. Drei Meter COB-Streifen mit 7 Watt je Meter ziehen 21 Watt. Bei vier Stunden am Tag sind das 84 Wattstunden, im Jahr rund 31 Kilowattstunden. Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde kostet das Regallicht knapp 11 Euro im Jahr. Wie groß der Abstand zu Glühlampen ist, zeigt der Stromvergleich bei Lichterketten, den Rheinland Fokus nach Zahlen der Verbraucherzentrale NRW aufbereitet hat.
Wer schließt das Netzteil an?
Streifen, Profile und Steckverbinder auf der 24-Volt-Seite lassen sich selbst montieren, solange das Netzteil dabei vom Netz getrennt ist. Das Netzteil selbst hängt aber an 230 Volt. Ein Steckernetzteil an der Steckdose ist unkompliziert. Wird das Netzteil fest an die Hausinstallation angeschlossen, etwa in einer Dose hinter dem Hängeschrank, dürfen diese Arbeiten nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung nur ein Netzbetreiber oder ein eingetragener Installationsbetrieb ausführen. Planen Sie den Elektriker also ein, bevor die Küche montiert wird.
Ein einfacher Test vor dem Kauf: Halten Sie eine Taschenlampe mit LED dicht über Ihre Arbeitsplatte oder Glasrückwand und schauen Sie aus Augenhöhe hin. Sieht man den Lichtpunkt deutlich gespiegelt, gehört dort ein COB-Streifen hin.

