Solarenergie-Produkte

Alle bekannten Solarenergie-Produkte für zu Hause

Die Sonne schickt keine Rechnung. Nie. Und genau deshalb finde ich Solarenergie-Produkte für zu Hause so spannend. Vom kleinen Balkonkraftwerk bis zur kompletten Photovoltaikanlage mit Speicher gibt es heute für fast jede Wohnsituation etwas Passendes, ob du nun im Altbau zur Miete wohnst oder im eigenen Haus mit Südseite. Hier bekommst du einen ehrlichen Überblick: was es gibt und was wirklich zu dir passt (und was vielleicht eher nicht).

Warum lohnen sich Solarenergie-Produkte für zu Hause?

Weil sie deine Energiekosten senken und dich ein ganzes Stück unabhängiger machen von diesen ewigen Strompreisschwankungen.

Kennst du das? Der Brief vom Energieversorger liegt auf dem Küchentisch, du schiebst ihn noch zwei Tage vor dir her, und dann öffnest du ihn doch. Autsch. Wer in den letzten Jahren seine Jahresabrechnung gelesen hat, weiß genau, wovon ich rede. Eigener Solarstrom kostet nach der Anschaffung kaum noch etwas, während Netzstrom in Deutschland, Österreich und der Schweiz spürbar teurer geworden ist. Und dann ist da noch das Klima. Jede Kilowattstunde, die vom eigenen Dach kommt, muss nicht aus Kohle oder Gas stammen. Ein gutes Gefühl, eigentlich.

In der Praxis sehe ich oft, dass Leute ganz klein anfangen. Eine Solarleuchte im Garten, dann ein Balkonkraftwerk, und irgendwann liegt der Prospekt vom Dachdecker auf dem Sofa. Das ist völlig okay. Die Energiewende im Eigenheim ist eher ein Marathon als ein Sprint, finde ich.

Was leistet eine Photovoltaikanlage auf dem Dach?

Eine Photovoltaikanlage macht aus Sonnenlicht direkt Strom und deckt bei Einfamilienhäusern oft einen großen Teil des Jahresbedarfs.

Das Herzstück sind die Solarmodule, meistens monokristalline Module mit hohem Wirkungsgrad (diese tiefschwarzen, fast edel wirkenden Platten, die du inzwischen in jeder Neubausiedlung siehst). Der Wechselrichter verwandelt den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom, also das, was deine Steckdosen tatsächlich brauchen. Eine typische Anlage auf einem Einfamilienhaus hat heute irgendwo zwischen 8 und 12 Kilowatt Peak.

Stell dir die Module wie Regentonnen vor. Nur eben für Licht. Je größer die Fläche und je besser die Ausrichtung, desto mehr landet drin. Und übrigens, das wissen viele nicht: Auch Ost-West-Dächer funktionieren gut. Sie liefern morgens und abends Strom, genau dann, wenn in den meisten Haushalten die Kaffeemaschine gurgelt oder der Herd an ist.

Eine Sonderform sind Solardachziegel. Sie ersetzen die klassischen Ziegel und fallen optisch kaum auf, sind pro Kilowatt aber deutlich teurer. Für ein denkmalgeschütztes Haus kann das trotzdem die einzige Option sein. Da diskutiert man nicht lange mit dem Amt.

Ist ein Balkonkraftwerk eine gute Alternative?

Ja. Ein Balkonkraftwerk ist ideal für Mieter und für alle, die ohne großen Aufwand einsteigen wollen.

So ein Steckersolargerät besteht meist aus ein oder zwei Modulen und einem kleinen Wechselrichter, mehr nicht. In Deutschland darf der Wechselrichter inzwischen bis zu 800 Watt einspeisen, und die Anmeldung läuft vereinfacht über das Marktstammdatenregister (klingt bürokratisch, ist aber schneller erledigt als gedacht). Befestigt wird das Ganze am Balkongeländer, auf dem Garagendach oder einfach im Garten.

Ein Bekannter von mir hat sein Balkonkraftwerk an einem ziemlich schattigen Balkon in Köln montiert. Ich war skeptisch, ehrlich gesagt. Er auch. Und dann? Kühlschrank, Router und die ganzen Standby-Geräte laufen tagsüber fast komplett mit eigenem Strom. Klar, reich wird man davon nicht, aber die Anschaffung rechnet sich oft schon nach wenigen Jahren. Und er schaut jetzt ständig auf seine App. Ständig.

Braucht man einen Stromspeicher?

Nicht unbedingt. Aber ein Stromspeicher sorgt dafür, dass du deutlich mehr von deinem eigenen Strom selbst nutzt.

Ohne Speicher fließt der Überschuss mittags einfach ins Netz, und die Einspeisevergütung dafür ist eher bescheiden. Mit einer Batterie, heute fast immer auf Basis von Lithium-Eisenphosphat, hast du den Sonnenstrom auch noch abends, wenn der Fernseher läuft und das Licht an ist. Der Eigenverbrauchsanteil steigt so häufig von rund 30 auf 60 bis 70 Prozent. Das ist schon ein Unterschied.

Mittlerweile gibt es auch kompakte Speicher speziell für Balkonkraftwerke. Und wer ein E-Auto fährt, kann mit einer solaroptimierten Wallbox das Fahrzeug gezielt mit Überschussstrom laden. Ein Energiemanagementsystem kümmert sich dann darum, dass Waschmaschine, Wärmepumpe und Auto genau dann laufen, wenn die Sonne scheint. Ein bisschen wie ein Dirigent, nur leiser.

Wie funktioniert Solarthermie für Warmwasser?

Solarthermie nutzt die Wärme der Sonne, um Wasser zu erhitzen. Strom entsteht dabei nicht.

Flachkollektoren oder Vakuumröhrenkollektoren auf dem Dach erwärmen eine Trägerflüssigkeit, die ihre Wärme dann an einen Speicher abgibt. Im Sommer reicht das oft für das gesamte Warmwasser. Die heiße Dusche nach dem Radfahren? Kommt dann quasi direkt vom Himmel. In der Übergangszeit hilft die Anlage außerdem der Heizung ein bisschen auf die Sprünge.

Eine clevere Kombination sind PVT-Kollektoren, die Strom und Wärme gleichzeitig liefern und sich gut mit einer Wärmepumpe verstehen. Und für Poolbesitzer gibt es einfache Solarabsorber, die das Badewasser günstig um ein paar Grad aufwärmen. Wer schon mal in einen 19 Grad kalten Pool gestiegen ist, weiß, was ein paar Grad ausmachen.

Welche kleinen Solarprodukte gibt es?

Neben den großen Anlagen gibt es jede Menge kleine Solarprodukte für Garten, Camping und Alltag.

  • Solarleuchten für Wege, Beete und Terrassen, ganz ohne Kabelsalat.
  • Solar-Powerstations mit Faltmodulen, praktisch fürs Gartenhaus, beim Camping oder als Notstrom, wenn mal alles dunkel ist.
  • Solar-Teichpumpen und Springbrunnen, die bei Sonnenschein von selbst anfangen zu plätschern.
  • Solar-Powerbanks für Smartphone und Tablet unterwegs.
  • Solarbetriebene Überwachungskameras für Ecken ohne Stromanschluss.

Diese Geräte ersetzen natürlich keine große Anlage. Aber sie sind ein schöner Einstieg, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was die Sonne eigentlich so alles kann. Abends im Garten sitzen, die kleinen Lichter gehen an, ganz von allein. Irgendwie zauberhaft.

Solarenergie-Produkte im Überblick

In der Tabelle siehst du die gängigsten Solarenergie-Produkte für zu Hause auf einen Blick.

Produkt Nutzen Geeignet für Aufwand
Photovoltaikanlage Strom für den ganzen Haushalt Hausbesitzer Hoch
Balkonkraftwerk Grundlast abdecken Mieter, Einsteiger Gering
Stromspeicher Solarstrom auch abends nutzen PV-Besitzer Mittel
Solarthermie Warmwasser, Heizung Hausbesitzer Mittel bis hoch
Solar-Wallbox E-Auto mit Sonnenstrom laden E-Auto-Fahrer Mittel
Solar-Powerstation Mobiler Strom, Notstrom Camper, Gartenbesitzer Gering

Worauf solltest du beim Kauf achten?

Vor allem auf Qualität, die richtige Größe und eine Beratung, der du wirklich vertrauen kannst.

Schau dir die Garantien auf Module und Wechselrichter genau an, prüf die Zertifizierung der Geräte und frag ruhig nach, ob der Installateur Referenzen hat. Wer nichts zeigen kann, na ja. Es lohnt sich auch, Angebote von mehreren Fachbetrieben nebeneinanderzulegen, bevor du unterschreibst. Unabhängige Infos und Vergleiche findest du zum Beispiel auf solarscouts.de, da kannst du dich ganz in Ruhe zu Anlagengrößen und Angeboten orientieren.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Kram erst mal die alten Stromrechnungen raus und schau, wie viel du in den letzten Jahren tatsächlich verbraucht hast. Klingt banal, wird aber ständig übersprungen. Ein Haushalt mit Wärmepumpe und E-Auto braucht eine völlig andere Anlage als jemand, der allein wohnt und abends höchstens den Wasserkocher anmacht. Und informier dich über regionale Förderprogramme, die unterscheiden sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz teilweise ziemlich stark.

Mein Tipp zum Schluss? Fang dort an, wo es für dich am einfachsten ist. Balkonkraftwerk, Solarleuchte oder gleich das ganze Dach, jeder Schritt Richtung Sonnenenergie zahlt sich aus. Und wer einmal gesehen hat, wie der Zähler mittags einfach stillsteht… der will meistens mehr davon.